Joker – die Welt braucht mehr realistische Comicverfilmungen

Zwei mal habe ich den Film gesehen, zwei Mal fand ich den Film ziemlich gut. Der definitiv beste DC Film seit Dark Knight. Doch was macht den Film so gut?

Marvel Studios, Sony Pictures, Warner Brothers und wie die Studios alle heißen. In den letzten Jahren waren Comicverfilmungen der heiße Shice. Ganz besonders wenn es um Superhelden geht. Der Joker Film hebt sich da direkt ab und kümmert sich um die Herkunft des wohl bekanntesten Bösewicht aus Gotham. Der Film ist der erfolgreichste R-Rated (also ab 18) Film aller Zeiten. Und das mit so einem keinen Budget? Wie soll das gehen?

Es muss nicht immer das Raumschiff aus dem All sein welches den ganzen Planeten bedroht. Bei den Marvel Studios und den Avengers funktioniert die Formel zwar noch – der allgemeine Erfolg von Spider-Man ist aber ganz bestimmt nicht den krassen Special Effects und abgespaceten Szenen geschuldet. Man will als Zuschauer abgeholt werden. Man will sich in die Rollen der Helden und Schurken reinversetzen können. So realistisch wie Möglich finde ich persönlich dabei immer am besten. Peter Parker hat die meiste Zeit mit ganz normalen Alltagsproblemen zu kämpfen. Deshalb mag ich den Helden. Auch wenn der Peter-Tingle eventuell nicht ganz realistisch ist. Superman? Ganz ehrlich – auch wenn er bestimmt eine krasse Marke mit sich bringt. Superman ist einfach zu krass und zu gottähnlich. Genauso wie Aquaman (lol), Wonder Woman, aber auch Thor oder Captain Marvel. Batman ist da schon deutlich cooler – weil eben realistischer.

Und ein Joker? Er macht einem genau deshalb besonders Angst. Ein Mensch – ohne besondere Fähigkeiten – der mit einer psychischen Krankeit wahnsinnig wird. Und dabei eine ganze Bewegung los tritt. Er denkt nicht viel nach – Plant so gut wie nichts und verfolgt keine krassen höheren Ziele. Er verkörpert das Chaos. Er ist kein Dämon aus der Unterwelt. Er ist einfach ein „normaler“ Mensch mit krassen Schicksalsschlägen. Man empfindet Mitleid und es trifft einen wenn jemand wirklich Unfair ist zum zukünftigen Joker, Arthur Fleck. Mega ist auch das auf deutsch übersetzte Notizbuch und dabei vor allem das Zitat:

Das Schlimmste an einer psychischen Erkrankung ist, dass die Leute erwarten, dass du dich so verhältst, als hättest du keine.

Joker – 2019

Jeder erwartet von ihm, dass Arthur immer grinst und fröhlich ist. Na klar, was soll man von einem Clown sonst erwarten?

Viele glorifizieren den Joker und verkleiden sich dann beispielsweise an Halloween als dieser. Irgendwas löst der depressive Psychopathenclown wohl in uns aus. Vielleicht ist es nur die Verkleidung und die Schminke die wir irgendwie cool finden. Ich denke es verbirgt sich mehr dahinter. Der Joker fühlt sich von der Gesellschaft ausgegrenzt und macht dafür andere Leute verantwortlich. Auf der Suche nach einer Vaterfigur erfährt er immer mehr Ablehnung und auch vom Staat erhält er keine Hilfe mehr. Das lässt den Zuschauer mit ihm fühlen und rechtfertigt in gewisser Weise seine Handlungen. Letztendlich kommt er dann zum Entschluss, dass nicht er sondern die Gesellschaft krank ist. Und genau diesen Konflikt will der Film dem Zuschauer geben. Wieso kann ich mit einer Figur mitfühlen die offensichtlich eigene Probleme auf unschuldige Leute projiziert? Das ist ähnlich zu beispielsweise Frank Underwood von House Of Cards. Auch hier fühlt man mit und hofft das ihm seine Intrigen gelingen. Man bekommt eine gewisse Faszination für das Böse.

Ein Hass auf die Gesellschaft. Die Schuld für alle eigenen Probleme nur bei anderen zu suchen und Rache üben zu wollen. Das ist der Denkfehler. Positive Vibes – das ist das einzig richtige! Das bedeutet trotzdem nicht, das man immer zu lächeln und zu grinsen hat.

Letztendlich ist es die Aufgabe des Zuschauers die Protagonisten zu enttarnen und zu verstehen, dass diese Menschen vollkommen egoistisch und psychopathisch handeln und dieses Handeln dann auch zu verurteilen. Und deshalb ist der Film auch keine einfache Kost. Krasse Musik und starke Bilder kommen dann noch hinzu. All das braucht Schauspielerisches und künstlerisches Talent. Und das haben Joaquin Phoenix (Arthur Fleck) und Todd Philips (Regisseur). Raus kommt einer der besten – wenn nicht sogar der beste – Film des Jahres.

Johannes

Hypes sind voll mein Ding. Darunter war schon Diverses wie Donuts, Star Wars, Pokémon, bunte Socken, Space, die 80er und ähnliches. andjojo.de ist mein Blog deshalb werdet ihr hier auch diverse Themen finden.

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