[no spoilers] Eingeimpft

Ein Thema kam in den letzten Monaten plötzlich in die Medien. Immer wieder lassen Menschen ihre Kinder aus Angst vor Risiken nicht mehr Impfen. Die Doku „Eingeimpft“ war letztes Jahr im Kino und erscheint ab 22. März auf DVD. Dabei versucht der Film bei einem Komplexen Thema beide Seiten zu beleuchten und somit gut zu informieren. Wie das gelingt?

Die Suche nach Infos führt unseren Regisseur auch nach Afrika

David Sieveking, der Regisseur des Dokumentarfilms, bekommt mit seiner Frau Jessica ein Kind. Plötzlich kommt das Thema Impfen auf und er erfährt, dass seine Frau die Tochter nicht impfen lassen möchte. David ist sich sicher, dass impfen gut ist, kennt sich allerdings zu wenig aus um seine Frau zu überzeugen. Er macht sich also an die Recherche. Schnell findet er heraus was es für verschiedene Impfstoffe gibt und mit kleinen animierten Kugelschreiber Zeichnungen wird einem auch verständlich erklärt wie diese funktionieren. Er sammelt zunächst Informationen und Argumente fürs Impfen. So tritt er dann immer an seine Frau heran und es wird diskutiert. Schauspieler sind die beiden tatsächlich eher nicht. Immer die gleichen Argumente gegen das Impfen werden vorgebracht. „Ich will meinem Kind keine Metalle spritzen“ und „das Kindeswohl über das wohl der Allgemeinheit stellen“ sind da die häufigsten. Letztere Aussage ist auch eher komisch.

Ratlos. Der Regisseur und seine Tochter Zaria.

Der Regisseur versucht die beiden Seiten gleichermaßen zu beleuchten. Er beschäftigt sich mit möglichen Nebenwirkungen und macht die Seite der Impfgegner zu Beginn vielleicht etwas nachvollziehbar. Auf der Website aerzteblatt.de wird gesagt, dass die Doku „Fehlinformationen darstellt ohne diese richtigzustellen“. Da bin ich zu wenig im Thema drin um das fachlich qualifiziert zu beurteilen. Oft hat man aber tatsächlich das Gefühl, der Regisseur möchte eher eine Runde Geschichte erzählen als tatsächlich eine informative und aufklärende Doku zu drehen. Es wird das Argument gebracht, impft man sein Kind nicht, surft man dennoch auf der Welle mit. Klar genießt man einen gewissen Schutz wenn die Leute um einen drum herum geimpft sind. Dennoch schützt impfen präventiv natürlich auch den einzelnen. Also muss man nicht Mal zwingend nur an das Allgemeinwohl denken. Die durchaus möglichen Nebenwirkungen sind da noch das realistischste Contra-Argument. Doch seien wir Mal ehrlich. Es gibt immer Leute die gegen irgendetwas, und sei es lebensgefährlich gegen Brot, allergisch sind. Natürlich gibt es dann auch Leute die auf Impfstoffe negativ reagieren. Hier sollten aber einfach Wahrscheinlichkeiten gegeneinander abgewogen werden. Ein Pro-Argument wird aber auch sehr schön verdeutlicht. Regelrechten Hass bekommt er von anderen Eltern zu spüren, wenn diese Erfahren, dass das Kind nicht geimpft ist. Man bringt nicht nur das Kind in Gefahr sondern auch das Umfeld.

Die Doku ist unterhaltend und beschäftigt sich natürlich mit einem wichtigen Thema. Klare Aussagen und eine Botschaft bleiben jedoch aus und so wird der Film von anderen Websites als verpasste Chance zur gelungenen Impfaufklärung. Man sollte den Film aber als das sehen was er ist: ein kleiner Ausschnitt aus einem Familienleben, eine Geschichte, Entertainment. Definitiv aber kein Fachfilm mit präzisen Infos.

Mein Titel mit [no spoilers] ist heute ausnahmsweise mal irgendwie falsch. In diesem Fall muss einfach ein Spoiler sein: Recherche ist wichtig und immer angebracht, aber bitte impft eure Kinder! Für eine Recherche kann diese Doku dennoch ein guter Anfang sein sich mit einem wichtigen und gesellschaftsrelevanten Thema auseinanderzusetzen.

Johannes

Hypes sind voll mein Ding. Darunter war schon Diverses wie Donuts, Star Wars, Pokémon, bunte Socken und ähnliches. Wenn ich nicht hier blogge, dann bei thedroidgeeks.de, ansonsten studiere ich "Technische Kybernetik" (Gesundheit! Was?).

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