Honor View 20: Test mit 2019 Wörtern

Erneut Teste ich ein Smartphone von Honor. Früher hab ich bei thedroidgeeks.de (jetzt geekSTR.de) über Smartphones gebloggt, ich wollte aber mehr über persönlichere Interessen und Hypes schreiben. Heißt aber nicht, dass mich Smartphones nicht mehr interessieren. Deshalb bin ich sehr froh, dass mich Honor wieder zum Event eingeladen hat und mir die Möglichkeit eines Tests gibt. Das erste Smartphone 2019, möchte ich mit 2019 Wörtern beschreiben und testen.

Disclaimer: vielen Dank an Honor, dass sie mir ein Pressesample zur Verfügung stellen. Dies beeinflusst natürlich nicht meine Meinung.

Honor View 20 – Das erste Smartphone mit einem Loch im Display. Oder so ähnlich. Tatsächlich ist das Honor View 20 das erste Smartphone, welches eine sogenannte In-Screen-Kamera verbaut hat. Somit kann das Display fast bis zum Rand gehen und auf eine Frontkamera muss dennoch nicht verzichtet werden. Der Nachteil? Nun – dort wo die Kamera sitzt, kann kein Display sein. Es entsteht somit ein Loch im Bildschirm. Das Loch ist die neue Notch. Also die umstrittene Aussparung im Display wie wir es vom iPhone X, vom Honor 10 und von ganz vielen verschiedenen Smartphones kennen, könnte nun Geschichte sein. Für dieses schicke Loch hat das Internet dann mal wieder ganz viele verschiedene Namen gebracht. Der Begriff, der sich gerade durchsetzt nennt sich „Punch-Hole“. Zu deutsch Schlagloch. Ne Quatsch, als Punch-Hole bezeichnet man im englischen das gestanzte Loch eines Lochers. Das passt doch irgendwie oder?

Erst das Honor 10, jetzt das Honor View 20? Ist das also der Nachfolger des Honor 10? ich denke nein. Auf den Social Media Kanälen sprach man stehts vom ersten Flaggschiff dieses Jahr. Ich denke hier fährt man eine ähnliche Produktstrategie wie die Mutterfirma Huawei. Diese haben die „kleine“ aber feine P Serie. Diese fokussiert sich auf die Kamera (lol, Wortspiel) und ein schickes Design meist aus Glas. Dazu stellt Huawei im Herbst meistens noch ein Smartphone der Mate Serie vor. Starker Akku, großes Display und ein bisschen kostspieliger ist hier die Devise. So denke ich läuft das jetzt auch bei Honor. Letztes Jahr gab es übrigens schon das Honor View 10, von diesem Gerät hat man allerdings nicht wirklich viel mitbekommen. Ein großes Smartphone mit starkem Akku und den neuesten Prozessoren aus dem Mutterkonzern. Klingt ja erstmal gut oder?

Wie sich das Smartphone jetzt im Alltag macht, dazu will ich euch nun mehr erzählen. Ich habe das Smartphone nun bereits eine gute Woche in meinem Besitz und nutze es als einziges Smartphone. Das heißt es ist voll eingerichtet, es ist „voll“ mit Apps (soweit das mit 256 GB Speicher überhaupt geht) und es ist wirklich in Benutzung. Ich habe Fotos gemacht, ich habe Musik gehört, geinstagrammed, getwittert, gelacht geweint und Serien geschaut. Ich starrte Stundenlang auf ein PDF für die Uni und versuchte Formeln in mich hineinzuprügeln. Wie ihr vielleicht merkt habe ich bereits nach kurzer Zeit eine intensive Beziehung zu dem Honor View 20 aufgebaut.

Design

Ein Smartphone muss schön aussehen. Schließlich ist es das Gerät was ich am Tag am meisten betrachte. Und es muss sich natürlich gut anfühlen. Das kann ich direkt bestätigen, das tut es. Es ist ein Handschmeichler, es ist aber auch groß. So groß, dass ich in manchen Apps umgreifen muss um alle Tasten zu bedienen. Ich finde man gewöhnt sich daran, aber wer sich für dieses gerät entscheidet sollte große Displays und große Smartphones mögen. Von vorne ist das Gerät ersteinmal schwarz. Beziehungsweise sehr Farbenfroh, wenn das Display eingeschaltet ist. Das Display nimmt wirklich so viel von der Vorderseite ein, das ist super cool!

Zwischen Vorderseite und Rückseite befindet sich der Rahmen aus Alu. In der blauen Farbvariante ist dieser Rahmen ebenfalls blau. Fühlt sich gut an, schaut gut aus. Der USB-C Port befindet sich an der Gehäuse Unterseite, der Kopfhöreranschluss an der Oberseite. Die Rückseite ist vor allem eines: auffällig. Ich denke hier werden die Meinungen stark auseinander gehen.

Mir gefällt das blauschimmernde V-förmige Muster sehr gut. Zu den Rändern wird die Rückseite Vignettenmäßig dunkler. Leider zieht die Farbe Fingerbabdrücke an, aber nicht stärker wie bei anderen Glasrückseiten. Die Kameras befinden sich in der oberen linken Ecke. Die Hauptkamera ist ganz links. Abgetrennt sind dann die Monochrome Zweitkamera und der Blitz. Warum wurde der Blitz mit der zweiten Kamera auf ein Panel gepackt? Beim unterhalten mit anderen Kollegen aus der Smartphonetestbranche waren wir uns eigentlich einig. Honor versucht hier den Look einer dreifach Kamera zu imitieren. Also Achtung: dieses Smartphone hat nur zwei Kameras! Schnell füllen sich hier auch die winzig kleinen Spalte zwischen Kamera und Rückseite mit Staub. Reinigen lassen die sich nur sehr schwer. Rechts neben der Kamera befindet sich der Schriftzug „AI Vision“. Einfach ein Buzzword um dem User klar zu machen „hier steckt coole Technik drin“. Schick finde ich den neuen Honor Schriftzug. Also im großen und ganzen gefällt mir das Smartphone von hinten, bei der Kamera hätte man den eventuellen Versuch mehr Kameras anzudeuten aber weglassen sollen.

Wie schon oben bereits angedeutet hat dieses Smartphone eine Frontkamera im Display. Viele Leute auf Twitter finden die Position ungeschickt. Links oben in der Ecke, schön und gut. Es wird sich aber daran gestört, dass die Rundung der Kamera nicht an die Rundung des Displayrahmens angepasst ist. Des weiteren hat die Kamera nach links mehr Abstand zum Displayrand als nach oben. Kann ich im Prinzip nachvollziehen, dennoch stört es mich kaum. Honor hatte einfach keinen Platz mehr um die Kamera weiter nach links zu setzen und weiter nach unten? Das wäre meiner Meinung nach deutlich hässlicher. Das zeigt auch Samsung, aber bildet euch eine eigene Meinung:

Ansonsten hat das Loch im Display allerdings wenig Auswirkungen im Alltag gehabt. Es stört nicht, kaum etwas wird verdeckt, meiner Meinung eine sehr gute Alternative zur Notch! Gefällt mir! Fairerweise ziehe ich aber noch den Vergleich zum OnePlus 6T. Dieses hat eine sogenannte Waterdrop-Notch. Sie ist ebenfalls sehr dezent und hat keine Symmetrieprobleme. Ich denke beides sind akzeptable Lösungen, die von Honor ist vielleicht etwas „hipper“. Außerdem lässt sich das Loch im Display für coole Hintergründe „missbrauchen“.

Lol, reingeschaut

Das Display vom Honor View 20 ist außerdem kein AMOLED sondern ein normales LCD Display. Wenn das Display also angeschaltet ist leuchtet es. Egal ob es nun schwarz ist oder farbig. Mit diesen Displays erreicht man nie wirklich beeindruckende schwarzwerte, doch beim Honor View 20 sind diese wirklich nicht gut. Ein sehr helles dunkelblau kann man das maximal nennen. Außerdem kann man am unteren Rand ein leichten Schatten sehen. Wirkt auch nicht so schön. Im Alltag haben mich diese Probleme nicht gestört, bei einem 569€ teurem Gerät wirken die sich allerdings schon negativ auf den Gesamteindruck aus.

Usability

Beim Honor View 20 kommt zum ersten mal die Magic UI zum Einsatz. Diese löst in diesem gerät die Emotion UI ab, bringt aber keine großen Veränderungen. Größter Schwachpunkt der Software ist meiner Meinung nach immer noch die Bloatware. Inzwischen zahlt man genug Geld um sich diese eigentlich sparen zu können. Ich möchte kein Facebook vorinstalliert haben, keine Nachrichtenapp von einer großen deutschen Boulevardzeitschrift. Instagram benutze ich zwar, sollte aber dennoch dem Nutzer selbst überlassen werden. Bäh!!! Aber zum Glück befinden sich keine Spiele mehr vorinstalliert drauf. Wenigstens etwas! Außerdem musste ich direkt ein anderes Design aktivieren, die voreingestellten Icons waren in der metallic Look ziemlich hässlich. Die Software läuft ansonsten Butterweich, es macht wirklich Spaß das Handy zu bedienen. Kein ruckeln kein gar nichts. Auch das Multitasking funktioniert (zumindest in der 8GB RAM Variante) einwandfrei. Problemlos kann zwischen Apps gewechselt werden, Anwendungen werden dort fortgesetzt wo man sie zuletzt verlassen hat. Gerade mit dem großen Display kann man auch wirklich gut zwei Apps im Splitscreenmodus öffnen. Hierzu einfach nur die Kästchentaste in der Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand lange drücken.

Im Moment gibt es in der Software noch einen etwas seltsamen Bug. Wenn dieser Auftritt verschieben sich die Navigationstasten nach links und sind dann nicht mehr symmetrisch. Bisher konnte ich leider nicht herausfinden wann dieser Fehler auftritt oder wann er weg geht. Ein Neustart hilft temporär. Ich bin auch nicht der einzige mit diesem Problem wie sich gezeigt hat:

Ich hoffe, dieses Problem wird noch gefixt in bald kommenden Softwareupdates.

Die Kamera

Für einen Millenial wohl eins der wichtigsten Features eines Smartphones ist wohl die Kamera. Bilder vom Essen, auf Partys, im Urlaub, bei besonderen Ereignissen oder einfach nur im Alltag um den Instagram-Feed mal wieder zu füttern. Eine Smartphonekamera muss funktionieren und das im Automatikmodus. Einfach Klick und ein gutes Bild muss dabei herauskommen. Mit der 48 MP Kamera trägt Honor dick auf, allerdings ist hier Vorsicht geboten. 48MP sind nicht gleich 48MP und bedeutet sicher nicht, dass das Bild drei mal so gut ist, wie bei einer 12MP Kamera. Wer sich in die Bedeutung dieser 48MP näher einlesen möchte findet hier einen passenden Artikel. Natürlich macht Huawei/Honor hier aber ein Geheimnis draus, denn erstens werden schon ganz gute Algorithmen dahinter stecken und natürlich bietet die Technik viel Marketingpotenzial. Dennoch bildet das Honor View 20 ein solides Ergebnis. Die Bilder versetzen mich nicht in krasses Staunen wegen irgendwelcher softwareseitiger Nachberechnungen sondern haben einfach eine gute Performance. Ich lass euch hier einfach mal ein paar da:

Besonders gut finde ich das Bildrauschen. Bildrauschen entsteht bei schlechten Lichtverhältnissen und macht das Bild krisselig. Bei den meisten Smartphones wirkt ein verrauschtes Bild sehr schlecht. Positiv überrascht bin ich hier, denn das Bildrauschen ist irgendwie teilweise sehr schön, so wirkt es wie gewollt. Vielleicht nochmal ein kurzer Satz an alle die einfach nur Bilder machen wollen und sich jetzt nicht krass mit der Materie auseinander setzen (wollen): Gegen iPhone Xs, Pixel 3 und co. hat das Gerät keine Chance, gegen die anderen Smartphones kann es sich aber durchaus sehen lassen.

Der Akku

Bekommen wir das versprochene Akkumonster? Kann man mit dem Smartphone zwei Tage schaffen? Ich muss euch teilweise enttäuschen. Ein krasses Wunder ist das Honor Smartphone gewiss nicht. Die 4000mAh klingen natürlich gut, aber das Display ist eben auch sehr groß. Zu Beginn bemerkte ich kaum gute Akkulaufzeiten ich bekam Screen-On Times von weniger als 4h. Das hat sich aber eingependelt und jetzt bin ich ziemlich zufrieden. Mehr als 6 Stunden, genauer gesagt 6h 22min hatte ich das Gerät mit angeschaltetem Bildschirm im Einsatz. Morgens um 8 Uhr steckte ich das Kabel aus und das Gerät hat bis abends nicht geladen:

Um halb 11 ist mir der Akku dann leer gegangen. Bluetooth war an, NFC war an. Das Handy wurde normal, aber eher sehr intensiv, genutzt. Ich denke ein wirkliches Akkuwunder ist es nicht, dennoch eine deutlich Stärkere Laufzeit wie beim kleineren Honor 10.

Zubehör

In der Packung befinden sich neben einem 4,5 Ampere Schnellladegerät, der Huawei/Honor Standard, ein SIM-Tool mit dem sich die beiden (!) SIM-Karten wechseln lassen. Wirklich praktisch finde ich auch die bereits mitgelieferte und Hülle. Diese ist wie auch schon bei älteren Modellen durchsichtig und qualitativ sehr in Ordnung. Auch eine Displayschutzfolie befindet sich schon ab Werk auf dem Gerät. Ihr könnt also wirklich direkt loslegen und müsst euch um nichts mehr Gedanken machen. Ansonsten gefällt mir die Verpackung nicht mehr so gut. Das aufgedruckte Bild wirkt billig und lang nicht mehr so elegant wie noch der einfache Schriftzug bei alten Smartphones der Marke Honor. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob das View 20 in der gleichen Verpackung wirklich verkauft wird. Denn eigentlich sollte das Phantom Blue eine „Moschino“ Edition sein inklusive anderer Hülle und Verpackung.

Das Fazit

Für einen Preis von mindestens 569€ steht das Honor Vew 20 in direkter Konkurrenz zum OnePlus 6T. Gleicher Preis, Gleiche Displaygröße sind hierbei die beiden Hauptmerkmale die gleich sind. Beide Firmen sind ehemalige Underdogs die langsam richtig anziehen mit ihren Preisen. Das OnePlus 6T hat einige Innovative Ansätze und die cleane Software kommt ihm zu gute. Ein nicht zertifizierter Wasserschutz, wie er beim OnePlus 6T versprochen wird, bleibt beim Honor View 20 aus. Ich finde den Preis sehr hoch, gerade bei Honor sollte man definitiv auf ein Angebot warten – und diese werden sicher kommen. Wenn der Preis mal unter die 500€ fällt, der ein gutes Bundle angeboten wird, kann man ohne Frage zuschlagen, ansonsten würde ich erstmal noch Vorsicht walten lassen.

Wenn Ihr noch fragen zum Gerät habt dann dürft Ihr mich natürlich sehr gerne über die Social Media Kanäle Twitter oder Instagram kontaktieren. Damit es auch wirklich 2019 Wörter werden, muss ich hier jetzt noch ein paar schreiben: zweitausendsiebzehn, zweitausendachtzehn, zweitausendneunzehn.

Johannes

Hypes sind voll mein Ding. Darunter war schon Diverses wie Donuts, Star Wars, Pokémon, bunte Socken, Space, die 80er und ähnliches. andjojo.de ist mein Blog deshalb werdet ihr hier auch diverse Themen finden.

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