Spiegelreflexkamera zum Zusammenbauen

Es ist inzwischen schon März, dennoch war ein Adventskalender noch nicht geöffnet. Dieser wurde erst mit einiger Verspätung geliefert. Enthalten war in diesem Fall keine Schokolade oder anderer Süßkram sondern eine Kamera.

Hintergrund

Eine Kamera? Nein sogar eine Spiegelreflex. Aber keine Spiegelreflex wie sie heutzutage Verwendung findet, sondern eine sogenannte Zweiäugige Spiegelreflexkamera. Der unterschied zur „einäugigen“ ist, dass diese Kamera zwei Objektive mit gleicher Brennweite besitzt. Das eine Objektiv dient zur Belichtung des Films, ist also das Hauptobjektiv, das andere ist zur Projektion des Bildes an die Mattscheibe und dient somit als Sucher. Das obere Objektiv ist meistens Lichtstärker (hat also eine größere Blendenöffnung -> stärkere Unschärfe). Dies soll natürlich das projizierte Bild aufhellen, aber auch das Scharfstellen vereinfachen. Ich wusste nicht, dass so eine Kamera auch als Spiegelreflex zählt, denn unter Umständen, zeigen die beiden Objektive unterschiedliche Bilder. Besonders bei Nahaufnahmen kann das zum Problem werden, hier fällt der Versatz besonders stark ins Gewicht. Außerdem bleibt der „Reflex“ (wahrscheinlich kommt das Wort eher von Reflektion) des Spiegels, also das Wegklappen und freilegen des Films, aus. In der englischen Sprache ist der Unterschied klarer. Hier gibt es die SLR, die sogenannte Single-Lense Reflex, und dann gibt es die TLR, die Twin-Lense Reflex. In dem Kalender ist also eine TLR enthalten.

Die erste entwickelte TLR, wurde im Jahr 1929 unter dem Namen „Rolleiflex“ und ein etwas einfacheres Modell die „Rolleicord“ vorgestellt. Hier wurden übrigens schon Zeiss Objektive verwendet! Die produzierende Firma war Franke und Heidecke, später wurde diese zu Rollei, inzwischen sind alle teile der Firma verkauft oder Insolvent.

Der Aufbau

Aus jedem Türchen kommen kleine Teilchen. nach 24 Bauschritten hat man dann eine fertig funktionierende analoge Kamera. Was ihr dazu braucht? Nichts! Alles ist im Kalender enthalten. Angefangen vom Schraubenzieher und den verschiedenen Schrauben bis hin zu Federn und Linsen. Die Zeit jedes einzelne Tütchen aufzumachen haben wir uns gespart deshalb haben wirs einfach komplett aufgerupft um alle Teile auf einen Blick zu sehen.

Die ersten Bauschritte sind wirklich recht einfach. Hier werden einfach nur die verschiedenen Hebel und Knöpfe an den Gehäuseseiten montiert. Später kommt der Auslösemechanismus dazu. Faszinierend zu sehen auch in diesem GIF (wird btw. [‚dschif‘] ausgesprochen, wusste ich auch nicht):

Durch das betätigen des Auslösers wird also für einen kurzen Moment Licht durchgelassen. In dieser Zeit wird der Film beichtet und das Foto auf den Film gebracht. Nur in einem Frame des GIFs seht ihr, dass Licht durchgelassen wird. Dadurch wird das Bild schön scharf, auch ohne Stativ und der Film wird nicht überbelichtet. Natürlich muss auf einigermaßen gute Lichtverhältnisse geachtet werden.

Nun müssen die Außenteile zusammengebracht werden. Das ist nun der besonders knifflige Teil. Viel Geduld wird benötigt und dem Feingefühl muss dann doch ab und an mit etwas Kraft nachgeholfen werden. Auch das Einsetzen der Spiegelplatte ist nicht so leicht. Die Schutzfolie für den Spiegel am besten erst Später abziehen wenn das Gehäuse auch wirklich sicher zusammenhält und keine teile mehr reingeklemmt werden. In der Anleitung wäre es wirklich gut gewesen noch ein paar mehr Bilder zu haben.

Manche Schritte sind einfach sehr unklar und man Gerät ins Knobeln wie das Bild beziehungsweise der Schritt am meisten Sinn ergibt. Aber alles in allem ist das Plastik erstaunlich robust und hält schon ein bisschen was aus. Schrauben müssen ab und an mit gefühlvoller Kraft reingedreht werden, das Plastik verkantet beim zusammenstecken des öfteren. Wenn dann zum Schluss aber alles richtig eingerastet ist, dann stimmt auch die Verarbeitungsqualität. Nichts klemmt dann mehr und Klappen lassen sich problemlos öffnen und schließen.

Schließlich werden noch die beiden Objektive eingesetzt. Das eine Objektiv belichtet den Film, das andere wirft das Licht auf die Mattscheibe im Sucher.

Schießt man ein Foto muss man den Film weiterdrehen. Leider ist der Mechanismus dafür irgendwie nicht ausgeklügelt genug. Ein Pfeil sollte anzeigen wann man den Film weit genug gedreht hat. Das funktioniert aber nicht. Schade. Jetzt bin ich dennoch gespannt was bei den Bilder heraus kommt, noch ist der Film nicht voll und die Bilder noch nicht entwickelt. Ich werde euch auf dem laufenden halten.

Das Fazit

Gerade für Millenials dürfte solch eine analoge Technologie ziemlich spannend sein. Aus der Kindheit kennt man die Kameras noch, hat sich aber eigentlich das ganze Leben nur mit Digitalkameras beschäftigt. Analoge Filmfotografie ist wahrscheinlich fürs Urlaubsbilder knipsen und zum Teilen mit den Verwandten einfach zu ungeschickt, dennoch fasziniert mich die Technik. So einfach und doch so genial. Beim entwickeln der Filme ist dafür umso mehr Know-How dahinter. Ich bin gespannt wie die Bilder dann letztendlich aussehen werden.

Johannes

Hypes sind voll mein Ding. Darunter war schon Diverses wie Donuts, Star Wars, Pokémon, bunte Socken und ähnliches. Wenn ich nicht hier blogge, dann bei thedroidgeeks.de, ansonsten studiere ich "Technische Kybernetik" (Gesundheit! Was?).

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