[no spoilers] Solo: A Star Wars Story

Obwohl ich ein riesiger Star Wars Fan bin, blieb bei mir der Hype dieses Mal klein. So bin ich auch erst ca. 1,5 Wochen nach offiziellem Kinostart im Film gewesen. Wie er mir gefallen hat?

Fangen wir zunächst mit den Charakteren an. Zum ersten Mal wird Han Solo nicht mehr vom berühmten Harisson Ford, sondern vom deutlich jüngeren Schauspieler Alden Ehrenreich gespielt. Es kommt nun natürlich nicht genau der gleiche Han Solo wie wir ihn aus Episode 4-6 kennen dabei raus, dennoch kann man sich seine Entwicklung gut vorstellen die er noch bis Episode 4 vollführt. Optisch war ich auch überrascht, wie man im manchen Szenen meint, die Gesichtszüge des Originals erkennen zu können. Meiner Meinung nach ist die Figur Han Solo gerade deshalb so gut gelungen, weil er in dieser Story nicht nur der Held ist sondern in erster Linie hauptsächlich versucht seinen Traum zu erfüllen und seinen Ar*** zu retten. Auch die anderen (teilweise bekannten) Charaktere haben Charme und reissen zum Glück nicht ganz so viele Witze wie in den neuen Episoden. Früher gab es in den Star Wars Filmen hauptsächlich Gut und Böse. Zwischen diesen Extremen bewegte sich in jedem Film, wenn überhaupt, maximal ein Charakter. Schon bei Rogue One entfernte sich das Star Wars Universum von dieser schwarz-weißen Darstellung. Auch das finde ich gut. Handlungen der Charaktere sind deshalb besser nachvollziehbar.

Ich finde die Kulissen und Schauplätze des Films eigentlich sehr gelungen. Schnell findet man sich zurecht und erkennt Elemente aus der originalen Trilogie wieder. Viele Szenen finden am Boden statt und das hat mich schon sehr verwundert. Immerhin ist es ein Film über den besten Piloten der Galaxie. An einer Stelle wird mir der Film dann schon fast zu realistisch und irgendwie wird man in eine 1. Weltkriegsszene geworfen. Designtechnisch hätte ich da ein bisschen mehr Star Wars und etwas weniger Schützengraben gut gefunden. Epische Bilder wie man sie beispielsweise von den neuen DC Filmen kennt gibt es kaum beziehungsweise keine. Und das ist meiner Meinung nach auch gut so. Die meisten Szenen haben einen konkreten Sinn. An manchen Stellen kommen die Themen der originalen Filmmusik von John Williams zum Vorschein, ansonsten hat mich die Filmmusik eigentlich sehr kalt gelassen.

Die Handlung stellt wohl das wichtigste Element eines jeden Star Wars Films dar. Diese ohne Spoiler zu beschreiben is auch am schwersten. Ob diese in Ordnung geht oder katastrophal ist? Im Großen und Ganzen kann ich sagen: eine riesige Enttäuschung bleibt uns zum Glück erspart. Der Film hat eine nachvollziehbare Handlung und erklärt einige Dinge und Aussagen die mein Nerdherz höher schlagen lassen. Er führt die Protagonisten gut ein und die Spannung ist so gut wie immer vorhanden. Plots sind teilweise vorhersehbar, aber bei einem Star Wars Film müssen es nicht immer die krass komplizierten Handlungsstränge sein. Das geht für mich definitiv klar.

Nichtsdestotrotz merkt man deutlich, dass der Film einen Grundstein für Sequels, Prequels und andere Spin-Offs legen soll, gerade am Ende. Keine Konsequenzen für die Hauptstory. Was bei Rogue One (meiner Meinung nach) wirklich sehr episch war, wird hier aus Angst des Scheiterns nicht versucht. Und das ist was einen am Ende des Films mit einem eher mittelmäßigen Gefühl aus dem Kino gehen lässt. Der Film ist zwar definitiv nicht schlecht, aber nicht schlecht reicht eben nicht aus. Ein Star Wars Film muss episch sein. Er muss mich hypen. Er muss mich dazu verleiten unbedingt in die Premiere zu gehen um ja keine Spoiler im Vorraus zu lesen. Und dieser Film hat mich vorher nicht gecatched und im Nachhinein tut er das nicht mehr als jeder andere Film den ich als „nicht schlecht“ bezeichnen würde. Disney versucht das gleiche wie mit den Marvel Filmen. Die Marvel Filme sind für mich gutes unterhaltsames Kino, und hier geht es irgendwie besser auf alle Geschehnisse vernetzen zu wollen und viele kleinere Filme zu drehen. Aber ein Star Wars Film? Der sollte mich vom ersten Trailer an hypen und dann im Kino wirklich umhauen. Ja, meines Erachtens nach auch ein Spin-Off.

Meiner Meinung nach war Solo ein Test. Ein Test für den Markt wie schnell die Leute Star Wars satt haben und wie oft man einen neuen Film rausbringen kann. Vor gut 5 Monaten kam „The Last Jedi“ in die Kinos. Anscheinend brauchen die Leute mehr als 5 Monate um sich wieder richtig auf den nanächst Film zu freuen. Die Zahlen sind bisher die schlechtesten die je ein Star Wars Film vorzeigen konnte. Irgendwie überrascht mich das nicht so wirklich.  Wenn ihr also ins Kino gehen wollt und Lust auf einen soliden Film habt der im Star Wars Universum spielt, dann geht rein. Erwartet keine Episode, erwartet keine krassen Enthüllungem. Dann werdet ihr ueber 135 Minuten zufriedenstellend unterhalten.

Ein Boba Fett Spin-Off ist seit kurzem in Planung. Der Kopfgeldjäger bietet meiner Meinung nach genug Distanz zu den Hauptfilmen um einen richtig guten eigenständig funktionierenden Film zu kreieren. Ich bin gespannt ob die Fehler des Solo Films hier erkannt und vermieden werden.

Johannes

Hypes sind voll mein Ding. Darunter war schon Diverses wie Donuts, Star Wars, Pokémon, bunte Socken und ähnliches. Wenn ich nicht hier blogge, dann bei thedroidgeeks.de, ansonsten studiere ich "Technische Kybernetik" (Gesundheit! Was?).

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